Relativitätspraxis 29.03.2020

Da schreibe ich vorgestern über Schweden und siehe da, auf einmal ist unser nördlicher Nachbar Medienthema. Und natürlich machen sich die meisten mal wieder Sorgen um die geistige Gesundheit des verschrobenen Volkes.

Der schwedische Chefvirologe ist Angestellter der “Agentur für Volksgesundheit”. Und zur Volksgesundheit gehört es für ihn auch, dass man die Leute nicht zu Hause einsperrt. Kinder und Jugendliche sollen weiter zusammen Unterricht haben. Die Leute sollen ins Restaurant gehen und Geschäfte weiter öffnen. Der für die Schweden heilige Skiurlaub findet statt. Älteren und kranken Menschen legt man nahe, zu Hause zu bleiben. Schweden setzt auf Freiwilligkeit. Es sollen sich auch möglichst viele gesunde Leute infizieren, um künftig immun gegen die Krankheit zu sein.

Über Ärzte, die es wagten, das Vorgehen hierzulande anzuzweifeln und ähnlich argumentieren, wie ihre schwedischen Kollegen, ist man öffentlich in den letzten Tagen ziemlich übel her gefallen. Das deutsche Vorgehen ist mal wieder alternativ los. So heißt es ja seit einigen Jahren, wenn man keine öffentliche Diskussion wünscht.

Es fällt aber auf, dass die Kritiker, die ihre Meinung bis dato nur via Internet verbreiten konnten, ihre Position sehr vehement verteidigen und es immer mehr werden. Im Zusammenhang mit den Berichten aus Schweden haben es die ersten nun auch in die großen Zeitungen geschafft.

Die neuen Zahlen (Anteil in Prozent an der Gesamtbevölkerung):

  • Mecklenburg – Vorpommern 0,0212 %
  • Bundesrepublik Deutschland 0,0682 %
  • Schweden 0,033 %
  • Europa 0,050 %
  • Welt 0,0087 %