Erfahrungsbericht MSR 2019

Die Mecklenburger Seen Runde 2019 liegt nun schon wieder zwei Wochen zurück. Für mich war sie vor allem Anlass, meinen Kurzlieger wieder auf die Straße zu bringen. Damit gleich ein 300 km-Rennen zu bestreiten war etwas leichtsinnig, weil ich die letzten beiden Jahre im Sattel eines zum Tourer umgebauten und auf über 20.000 km sehr lieb gewonnenen alten Cannondale-MTB verbracht habe. Aber mit neuem 65er Kettenblatt und neuem Antrieb war es vom ersten Rollout bei Fahrrad Jordan in der Wismarschen Straße an ein großer Spaß, damit unterwegs zu sein. Das man mit so einem Gefährt belächelt wird, daran gewöhnt man sich mit der Zeit, die unsportlichen Kommentare einiger Radsportfreunde wunderten mich denn aber doch. Die Verbissenheit und Humorlosigkeit mit der viele vor allem männliche Fahrer diesen Sport betreiben, lässt ahnen, warum der Radsport so in Verruf geraten ist. Ich konnte jedenfalls mit meinem weitgehend selbst restaurierten Youngtimer vom Typ “Escape Tornado” locker mithalten. Und die wahren Sportler waren für mich ohnehin die Wahnsinnigen, die die Strecke mit Lastenrädern, Fatbikes oder selbst gebauten Faltradtandems absolviert haben. Hut ab!

Mein Escape Tornado während des Radmarathons irgendwo im Wald

Es war nur keine gute Idee, Abends zu starten. Die zweite Hälfte der Strecke war ein permanenter Kampf gegen den Schlaf. Aber für mich war durchhalten das Ziel, was geklappt hat und so war ich zufrieden. Nächstes Jahr wird bei Sonnenaufgang gestartet. Und eines muss auch noch gesagt werden, es gibt nichts, was so bescheuert aussieht, wie die meisten Kerle in Radsportkleidung. Die erfreulich zahlreich radelnden Damen machten eine erheblich bessere Figur.